
Wie ich ja bereits angedeutet habe, möchte ich in diesem Blog auch über das Segeln berichten.
Nach einem Jahr Abstinenz war es am vergangenen Wochenende mal wieder so weit. Es stand das 24 Uurs Zeilrace auf dem Ijsselmeer im Kalender. Bei der 24-Stunden-Regatta, wie man es übersetzen könnte, gibt es keinen vorgegebenen Kurs, auf dem alle Teilnehmer im direkten Vergleich gegeneinander fahren. Die Regeln sehen so aus, dass jedes Boot innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Meilen zurücklegen muss. Dazu sind Bahnen zwischen den Bojen auf dem Ijsselmeer vorgegeben. Jede Bahn darf dabei maximal zweimal befahren werden. Die Strategie liegt also darin, je nach Windverhältnis die günstigsten Bahnen zu wählen und möglichst wenig gegen den Wind kreuzen zu müssen.
An dieser Regatta haben wir in diesem Jahr zum dritten Mal teilgenommen. Wir, das sind drei meiner Arbeitskollegen, Mirko, Thomas und Torsten, sowie Peter, mit dem Mirko und ich den SKS Schein gemacht haben.
Am Donnerstag ging es also los. Zumindest für Mirko, Peter, Thomas und mich, denn Torsten wurde zu seinem Geburtstag von seiner Freundin überrascht. Gegen Mittag waren die drei bei mir eingetrudelt und wir machten uns auf den Weg nach Stavoren, wo das Boot lag. Das Boot war in diesem Jahr eine  Bavaria 32, die Torsten, der die Sportbootschule Wuppertal betreibt, gehört. Auf dem Weg dorthin machten wir noch Station in Lemmer, wo wir uns mit Proviant eindeckten und uns mit einer Portion Kibbelinge stärkten. Um 18:00 Uhr kamen wir endlich in der Marina Stavoren an – es schüttete aus Eimern! Das fing ja gut an! So haben wir uns zuerst in der Hafenkneipe ein bis zwei Bier getrunken, vielleicht waren es auch mehr, und uns von Hans mit Makkaroni beköstigen lassen. Um 22:00 Uhr haben wir dann endlich das Schiff beladen.

Freitag Morgen 7:45 Uhr: Torsten kommt aus Wuppertal! Kann der nicht schlafen? Wir konnten! Nach ausgiebigem Frühstück mit 12, in Worten zwölf, Eiern, aus denen Peter mit Speck ein herrliches Rührei gezaubert hat, musste das Boot zuerst regattatauglich gemacht werden. Das Reglement schreibt vor, dass jedes Boot eine Dreifarbenlaterne an der Mastspitze haben muss. Dazu zogen wir, wie jedes Mal, Thomas in den Mast um das Ankerlicht vorübergehend gegen eine Dreifarbenlaterne zu tauschen, denn Ankern wollten wir ja nun wirklich nicht. Und dann ging es endlich los! Wir segelten!
Freitag, 19:00 Uhr: Nachdem wir im Hafen von Hideloopen noch schnell eine Segellatte ersetzt hatten – irgendwie schaffen wir jedes Jahr ein Segel- kamen wir just in time zur Startlinie. Wir hatten uns entschieden von Hindeloopen aus zu starten und nicht von Den Helder. Von Den Helder hätte man einen schlag über das Watt machen können, was aber aufgrund ungünstiger Strömungsverhältnisse verworfen wurde. Im Nachhinein stellte sich dies als glückliche Entscheidung heraus, da sich über dem Wattenmeer ein paar kräftige Gewitter zusammenbrauten.
Für die erste Bahn zur Boje Sport B haben wir sofort wesentlich länger gebraucht als gedacht, denn die Bavaria konnte einfach nicht so schön hoch am Wind segeln, wie wir uns das gewünscht hätten. Da half auch der Wind in Stärken von bis zu 6 Beaufort nicht viel weiter. Aber immerhin hatten wir Glück mit dem Wetter. Die ganze Nacht sternenklarer Himmel.
Samstag Morgen: Nachdem Mirko und ich die erste Wache bis 02:30 Uhr übernommen hatten und anschliessend von Peter und Thomas abgelöst wurden, konnten wir bei ruhiger See gemütlich schlafen. Doch als wir um 9:00 Uhr aufwachten, war der Wind auf ca. 2 Bft. eingeschlafen. Zum Glück dauerte die Flaute nicht sehr lange so dass das Segeln den ganzen Tag über wirklich sehr viel Spass gemacht hat.
Samstag 19:00Uhr: Das Highlight des Tages – der Zieleinlauf! Es ist jedes Mal ein Erlebnis zusammen mit mehreren hundert Yachten auf Medemblik zuzulaufen.

Wie in jedem Jahr war es auch diesmal wieder ein erhebendes Gefühl bei der Einfahrt in den Hafen von hunderten Zuschauern bejubelt zu werden. Insgesamt haben wir ca. 95 Meilen ersegelt! Unsere “Rakkenkaart” kann man sich hier ansehen.
Samstag 24:00 Uhr: Nach einem ausgiebigen Abendessen (ja, es wurde schon wieder gegessen) und einigen Bieren, fielen alle erschöpft ins Bett.
Sonntag: Nachdem wir uns aus dem Päckchen befreit hatten und der “verlorene Sohn” Thomas von der Siegerehrung zurückkehrte, haben wir uns auf den Rückweg nach Stavoren gemacht. Und was soll ich sagen, es war schon wieder feinstes Seglwetter! Sonne und wind, was will man mehr.
In Stavoren gab es wieder den gewohnten Stau an der Schleuse, so dass wir hier unfreiwillig zwei Stunden verbringen durften.
Fazit: Es war wieder einmal ein sehr gelungener Törn. Die Stimmung in der Crew war wie immer sehr gut, das Wetter war Spitze, und mit der erreichten Meilenzahl können wir angesichts der Möglichkeiten des Bootes durchaus zufrieden sein. Das 24 Uurs Zeilrace ist immer wieder ein Erlebnis!